Berufliches Schulzentrum
Sulzbach-Rosenberg

Fachakademie für Sozialpädagogik zieht bald in Containerbau ein

Die Berufsschule in Sulzbach-Rosenberg wird um eine Fachakademie für Sozialpädagogik reicher. Weil die Schule jedoch generalsaniert wird, geht es für die Schüler nach einem kurzen Intermezzo im Berufsschulzentrum ab in den Container.

Von Wolfgang Ruppert

Amberg-Sulzbach. Die Generalsanierung der Berufsschule in Sulzbach-Rosenberg rückt näher. Damit die Schüler weiter unterrichtet werden können, braucht es eine Möglichkeit zur Auslagerung. Denn das Schulzentrum bekommt ab dem kommenden Schuljahr Zuwachs: Eine Staatliche Fachakademie für Sozialpädagogik.

Der Containerbau, in den die Schüler während der Sanierung umziehen sollen, sollte ursprünglich auf dem Areal des alten Stadtbades stehen. Das hatte der Stadtrat bereits 2018 genehmigt. Daran hat sich nun etwas geändert. Der Ferienausschuss nahm am Montag eine Beschlussvorlage an, derzufolge der ohnehin sanierungsbedürftige Allwetterplatz am Sonderpädagogischen Förderzentrum in der Dieselstraße für die Container herhalten soll. Bürgermeister Michael Göth sagte, dass man bei der Stadt "selbstverständlich auch Gewehr bei Fuß gestanden" hätte, wenn es um den Standort am alten Stadtbad gegangen wäre. Göth: "Die Lösung ist aber selbstverständlich sinnvoll, wenn die Container in der Nähe der Berufsschule stehen."

Container Zweitverwertung

Bei dem Containergebäude handelt es sich sozusagen um eine Zweitverwertung. Denn wie der stellvertretende Landrat Stefan Braun im Ferienausschuss mitteilte, sollen die Container, die bereits für die Generalsanierung der Walter-Höllerer-Realschule genutzt wurden, auch hier wieder eingesetzt werden. Die Kosten für das Unterfangen belaufen sich auf rund 1,3 Millionen Euro. Darin inbegriffen sind die Kosten für die Erschließung des Allwetterplatzes sowie für die Haustechnik. Ebenfalls im Preis enthalten sind die Außenanlagen sowie der anteilige Kaufpreis und die Umsetzung der Container. Die beiden letztgenannten Punkte schlagen mit rund 700 000 Euro zu Buche.

Laut Zeitplan soll im Frühjahr mit den Vorbereitungen am Schulgebäude sowie mit der Umsetzung der Container begonnen werden. Die Schüler könnten dann ab September 2022 dorthin umziehen. Voraussichtlich werden ganze Jahrgänge mit den Containern vorlieb nehmen müssen. Zwischen acht und neun Jahren wird das Ersatzgebäude bleiben. Architekt Thomas Raithel und Regierungsamtsrat Erich Findel teilen in ihren Erörterungen außerdem mit: "Anschließend erfolgt die Sanierung des Allwetterplatzes und der Rückbau des Containergebäudes. Ob eine nochmalige Weiternutzung möglich ist, oder ob die Container abgewirtschaftet sind, kann zum heutigen Zeitpunkt noch nicht abgesehen werden."

Viel Lob für die Fachakademie

Die Kreistagsabgeordneten im Ferienausschuss kamen nicht umhin zu betonen, welch große Errungenschaft es ist, dass die Staatliche Fachakademie für Sozialpädagogik nach Sulzbach-Rosenberg kommt. Braun sagte dazu Folgendes: "Es ist ein absoluter Segen für die ganze Region. Gerade im erzieherischen Bereich ist ein großer Personalbedarf da. Die Fachakademie kann die ganze Ausbildung vor Ort machen."

Auf lange Sicht sollen die Pädagogik-Schüler mit in der sanierten Berufsschule untergebracht werden. So wie es aussieht, gibt es dann insgesamt 60 Schüler, die die Akademie besuchen. Sie werden sich auf zwei Jahrgänge aufteilen. Brauchen werden sie zwei Klassenräume, einen Teilungsraum für Religionspädagogik, ein Zimmer zur "Vorbereitung und Sammlung" sowie einen Werkraum und ein Klassenzimmer für Musik- und Bewegungserziehung.

Akademie bald im Container

Allerdings werden bereits zum kommenden Schuljahr die ersten Schüler an der Fachakademie anfangen. Im Vorlagebericht dazu heißt es, dass diese 30 Personen zunächst noch im Gebäude der Berufsfachschule unterrichtet werden können.

Nicht zuletzt, weil sich die Schülerzahl im zweiten Jahr verdoppeln dürfte, wird die gesamte Fachakademie ab September 2022 in das Containergebäude umziehen und dort bleiben, bis die Sanierung des Schulhauses vollkommen abgeschlossen ist. Sobald die Akademie für Sozialpädagogik ihren endgültigen Platz im neuen Berufschulzentrum finden wird, ist die Raumnutzung laut Informationen aus der Beschlussvorlage förderfähig. Solange sie aber in den Containern untergebracht ist, ist das nicht möglich. Grund hierfür ist, dass mindestens eine zehnjährige Raumnutzung in ein und demselben Gebäude gewährleistet sein muss, um Fördermittel dafür zu bekommen. Brauns Fazit lautete jedoch: "Ich glaube, wird sind uns alle einig. Das kostet zwar viel Geld, ist aber eine tolle Sache und absolut zukunftsweisend."

SRZ 09.09.2021